Geräte und Erwartungen

Die Vorgaben für die eigenen Geräte waren unsererseits absichtlich sehr offen und wenig technisch gehalten:

Ausreichend ist ein mobiles Gerät,mit dem Texte gelesen, geschrieben und bearbeitet werden können. Das Gerät sollte wlan-fähig und bei einem Smartphone sollte ein Touchscreen vorhanden sein.

Entsprechend gespannt waren wir, welche Geräte zum Einsatz kommen würden. In der Klasse sind insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler davon haben 15 ein Smartphone, zehn ein Tablet und drei ein Netbook bzw. Laptop. Die Geräte sind also heterogen, zumal hinter den Geräten ja noch sehr unterschiedliche Betriebssysteme (Android, iOS und Windows) stehen. Wie bereits geschrieben, haben einige Teilnehmer für die vermutete Arbeit in der Klasse neue Geräte erhalten. Nichtsdestotrotz hat eine Mehrheit das Gerät dabei, was Jugendliche tatsächlich oft besitzen und in der Regel in der Schule nicht benutzen dürfen: ein Handy bzw. ein Smartphone.

Am Ende der ersten Woche habe wir bei den Schülerinnen und Schüler die Erwartungen abgefragt, die sie mit der neuen Klassen und dem Projekt verbinden.  Die Erwartungen sind relativ einheitlich und lassen sich gut zusammenfassen: Alle Lernenden erwarten, dass

  • viel mit den Geräten gearbeitet wird und
  • sie lernen, wie sie ihre Geräte für die Schule und ihr Lernen nutzen können

Einige haben ergänzt, dass

  • sie einfacher lernen,
  • effektiver recherchieren,
  • ihre Arbeit mit den Geräten und Apps besser strukturieren und
  • bei der Arbeit mit den Geräten auch etwas über rechtliche Aspekte lernen wollen.

Nur drei Schüler haben darauf hingewiesen, dass es ihnen wichtig ist, dass

  • keine Abhängigkeit von den Geräten entsteht und
  • weiterhin auch mit gedruckten Büchern, Stift und Papier gearbeitet wird.

Erste Apps und Einführung der Lernplattform

Die Schülerinnen und Schüler brennen darauf mit ihren Geräten im Unterricht zu arbeiten. Zum Start haben wir eine erste Liste mit Webanwendungen bzw. Apps (PDF) zusammengestellt, die im Unterricht vorgestellt und disktutiert wurde. Die Liste ist nur als erster Schritt zu verstehen und wird in den nächsten Wochen, vor allem durch die Lernenden selbst, ergänzt. Zeitgleich finde eine Einführung in die gewählte Lernplattform edmodo statt. Dafür haben wir eine kurze Anleitung zur Anmeldung und für die ersten Schritte auf der Plattform (PDF) erstellt. Vielleicht ist das Konzept der Einführungsstunde auch für andere Schulen hilfreich, es gibt durch die Selbsttätigkeit der Lernenden Raum denjenigen zu helfen, die noch Probleme oder Fragen haben.

Schüler, Eltern, Schule – Nutzungsvereinbarung

Bevor die Schule am Montag in Rheinland-Pfalz wieder startet, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. In Anlehnung an BYOD-Richtlinien US-amerikanischer Schulen haben wir für die Nutzung mobiler Endgeräte in der BYOD-Klasse eine Vereinbarung erstellt, die wir hier gerne als Download zur Verfügung und damit natürlich auch zur Diskussion stellen:

Nutzungsvereinbarung BYOD-Klasse Eichendorff-Gymnasium Koblenz

Konstruktive Anregungen und Hinweise sind immer willkommen.

BYOD Strategie und Richtlinien

Jede Schule, die beschließt BYOD oder BYOT (Bring your own technology) auszuprobieren, braucht dafür sinnvollerweise eine Strategie, wie dies an der Schule eingeführt, umgesetzt und begleitet werden soll. Ebenso wichtig sind Richtlinien für die Benutzung der Geräte im Klassenzimmer und auf dem Schulgelände. Während wir am Eichendorff noch an den Formulierungen feilen, können wir schon mal auf hilfreiche Entwürfe anderer Schulen und Institutionen verweisen, an den wir uns auch orientiert haben.

Einen sehr guten Einstieg bieten die Policy Guidelines for mobile learning der UNESCO (PDF). Eine ganze Sammlung von insgesamt 11 schulischen BYOT-Richtlinien ist auf TeachThought zusammengestellt, wobei die im Blogbeitrag direkt aufgeführte mir von allen auch als die beste erscheint.

Einen Blick lohnt sich auch auf die Seite des Hanover Public School Districts in den USA. Dort ist BYOD als Angebot in dem kleinen Schulbezirk mit entsprechender Infrastruktur eingeführt worden.

Auf jeden Fall finden sich hier Anregungen aus der Praxis für das Erarbeiten eigener Richtlinien und bei der Durchsicht der Regeln wird schnell deutlich, welche Fallstricke es bei der Einführung von BYOD geben kann und welche Fehler, die andere gemacht haben, nicht wiederholt werden müssen.

Sehenswert ist auch ein kurzer Beitrag des WDR über die Walter Bader Realschule in Xanten. Unter dem Titel „Handys helfen beim Lernen“ wird hier ein Pilotprojekt vorgestellt, das seit einem Jahr läuft und von der Uni Duisburg/Essen wissenschaftlich begleitet wird. Besonders interessant scheint hier das Modell der Medienscouts, die sich um die schulische Hardware und deren Ausleihe durch Mitschüler kümmern.

Projektinformationen

Im kommenden Schuljahr wird ein Lehrerteam in einer 7. Klasse unserer Schule ein pädagogisches Vorhaben starten zur Unterstützung schulischen Lernens durch Smartphones und Tablets. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. In mehreren Fächern soll vermehrt mit eigenen mobilen Geräten der Schülerinnen und Schüler gearbeitet werden, um deren Potential als Werkzeuge für das Arbeiten und Lernen zu testen.

Wir gehen davon aus, dass die meisten Kinder und Jugendlichen solche Geräte bereits besitzen. Gemeinsam wollen wir erkunden, inwiefern mobile elektronische Geräte Lernprozesse unterstützen und wie sie sinnvoll im Unterricht genutzt werden können. Als digitale Endgeräte gelten dabei neben Smartphones und Tablets auch Netbooks oder Laptops.

Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Geräte nicht nur als Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik wahrnehmen, sondern als einen Teil ihrer persönlichen Lernumgebung begreifen. Sie sollen die damit verbundenen Chancen gezielt nutzen lernen.

Voraussetzung zur Mitarbeit der neu zusammengesetzten Klasse ist ein Computer mit Internetzugang zuhause sowie das Vorhandensein eines mobilen Geräts, mit dem Texte gelesen, geschrieben und bearbeitet werden können. Das Gerät sollte wlan-fähig und bei einem Smartphone sollte ein Touchscreen vorhanden sein.

Da es sich um ein pädagogisches Projekt handelt, werden für diese Klasse keine Bewerbungen entgegengenommen. Auf dem Rückmeldezettel zur Neuzusammensetzung der 7. Klassen wurde stattdessen in einem gesonderten Feld abgefragt, wer – ohne weitere Angabe von Gründen – nicht an dem Projekt teilnehmen möchte.